Endlich, die iPhone App der Bahn ist da

Zwei der erfolgreichsten Anwendungen in der Kategorie “Reisen” –  Zuginfo und Fahrplan – erfüllen ihren Zweck nicht mehr. Seit vorgestern (zumindest habe ich es vorgestern gemerkt) sind sie tot. Keine Verbindung oder Abbruch der App sind die Folge. Der Grund liegt wohl in der Fahrplanumstellung der Bahn vom 13. Dezember. Da hat man wahrscheinlich zeitgleich die Struktur der Webseite geändert, so dass die oben genannten Apps die Inhalte der Reiseauskunft nicht mehr ohne weiteres beziehen können.

Ein anderer Grund könnte aber auch ein Verbot durch die Bahn sein, um der gestern veröffentlichten iPhone App DB Navigator einen großartigen Schub zu geben. Yap, gelungen! Nach gerade mal einem Tag ist die App auf Nummer 1 in der Kategorie “Reisen”. Ich hatte es erwartet, aber nicht so schnell. Gratulation!

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Die App macht anfänglich einen recht leichten Eindruck. Man hat das Gefühl, hier gibt es nur wenige Funktionen. Aber das täuscht, denn hat man erstmal den Dreh raus (und iPhone Nutzer sind ja experimentierfreudig), erfüllt die App, was man von ihr erwartet. Die Bedienung erfordert jedoch noch eine kleine Eingewöhnung. Hier ein paar Hinweise zum Umgang:

1.) Den Menüpunkt Favoriten erstmal nicht beachten, er verwirrt am Anfang nur, weil gleich bis zu 3 Stationen aus dem Umkreis dastehen. Es ist ja gut gemeint und hilfreich. Aber sind das auch meine Favoriten?

2.) In Reiseauskunft häufig genutzte Verbindungen suchen und dann durch Klick auf den etwas schwach dargestellten Stern in den Favoriten (gleich alles, Start, Ziel und Route) abspeichern.

3.) Persönliche Abfahrt/Ankunft -stafel konfigurieren. Man kommt auf diese Funktion auch über Reiseauskunft, wenn man auf eine Station klickt. Aber sinnvoll ist Abfahrt/Ankunft insbesondere für Pendler, die immer an einer Haltestelle einsteigen. Hier fehlt mir eine spezielle Favoritenliste für Haltstellen, denn die Rückfahrt muss man dann immer wieder neukonfigurieren.

Wer eine Fahrkarte für eine bestimmte Verbindung gleich kaufen will, wird auf die Mobile Webseite der Bahn verlinkt, bleibt aber im DB Navigator. Hier erhoffe ich mir noch eine integrierte Lösung, die meine persönlichen Daten speichert. Zusätzlich bietet die App für jede Haltestelle weitere Informationen wie Lageplan und Umgebung. Beim Lageplan hätte ich eine Karte des Bahnhofs erwartet, aber es kommt eine schlichte Map von PTV. Klickt man auf Umgebung, ändert sich einfach nur der Zoomlevel der Karte. Mmmh, zoomen kann ich doch in der Karte selber.

Insgesamt eine sehr gelungene Anwendung, die meines Erachtens eine der TOP Apps bleiben wird.

PS: Ach, gerade kommt das Update von der Fahrplan App rein. Scheint also tatsächlich kein Verbot, sondern nur technische Probleme gewesen zu sein. Das finde ich gut, denn es schadet mit Sicherheit nicht, auch hier Wettbewerb zu haben.

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Airplus wird Partner von Touch&Travel

Touch&Travel ist ein Bezahlsystem über das Mobiltelefon. Dank Touch&Travel wird Mobilität mit Bahnen und Bussen völlig unkompliziert. Passendes Kleingeld für die Fahrkarte am Automaten oder langwieriges Studium von Tariftabellen sind bald Vergangenheit. Touch&Travel macht das Fahren im Fern-, Nah- und Stadtverkehr so simpel, wie nie zuvor. Kinderleichte, flexible und komfortable Mobilitätsdienstleistungen aus einer Hand – egal ob Bus, Tram, U- oder S-Bahn, Regional Express oder ICE.

Nun beteiligt sich auch der Abrechnungsdienstleister Airplus an der Entwicklung der Plattform von der Deutschen Bahn, Vodafone, T-Mobile und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Nachdem die Bahn die neue Technik in einem ersten Pilotprojekt getestet hat, soll das System nun in einem größeren Rahmen zum Einsatz kommen. Für die Erweiterung werden insgesamt 3000 Nutzer gesucht, darunter auch 500 Geschäftsreisende. Sie sollen prüfen, ob sich Touch & Travel auch für Firmenkunden eignet.

Für Firmen, die am Bahn-Corporate-Programm des Schienenkonzerns teilnehmen, können die Kosten bei der Nutzung von Touch & Travel zentral über Airplus abgerechnet werden.

Bahn kündigt iPhone App an

Wer dieser Tage eine iPhone App ankündigt, der geht ein nicht unerhebliches Risiko ein, wenn mit dem Launch der App auch eine Medienkampagne verbunden ist. Die Community ist sauer auf “Apple’s Review Policy” (populärstes Beispiel Facebook), denn die ist schwer berechenbar. Hat man eine App vermeintlich fertig entwickelt, lädt man sie über das iPhone Developer Center hoch und Apple prüft (review) die Anwendung auf die Einhaltung diverser Regelungen.

Quelle: heise.de

Es dauert dann ca. 14 Tage, bis Apple sich meldet. Findet Apple Regelverstöße (und kaum einer schafft es beim ersten Mal ohne), wird die App nicht akzeptiert und Apple schreibt in einer knappen Email, warum die Anwendung abgelehnt wurde. Je nach dem wie schwer der Regelverstoß war, dauert das Nachbessern einige Stunden bis Tage. Man lädt die App erneut hoch.

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Apple benötigt wiederum mindestens 14 Tage für den Review. Leider beendet Apple das Testen, wenn ein oder zwei Regelwidrigkeiten gefunden wurden. Hatte man also schon beim ersten Mal mehr als zwei Regelverstöße, findet Apple nun diese und lehnt die App erneut ab. Es kann also mehrere Monate dauern, bis die App schließlich im App Store landet. Je komplexer die Anwendung ist (bspw. wenn komplett nativ und komplexe Backend Prozesse bearbeitet werden müssen), desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, mehrere Runden bei Apple zu drehen.

Nun kündigt die Bahn eine iPhone Applikation an. Ein genaues Datum nennt die Bahn und kündigt für den13. Dezember neue Dienste über bahn.de an, hält sich aber für den DB Navigator etwas zurück und kommuniziert: “…Noch im Dezember können iPhone-Besitzer den “DB Navigator” kostenlos im App-Store von Apple herunterladen…” Na mal schauen, ob es dieses Jahr noch klappt. Wir drücken die Daumen!!!

Deutsche Bahn, Qype, Lonely Planet und HRS für Nokia Ovi Maps

Gestern endete in Stuttgart die Nokia World 2009. Nokia hat in Sachen Anwendungen einiges aufzuholen und vereinfacht nun die Entwicklung von Ovi Apps. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Interaktion von Content und Services mit dem Kartendienst Ovi Maps. Die technische Basis bilden, im Gegensatz zu nativen Anwendungen wie die Programmierung auf C++ für Symbian und Windows Mobile, Java für BlackBerry und J2ME oder Objective-C für iPhone, bekannte Web-Technologien wie HTML, CSS und JavaScript, die durch das neue Ovi SDK Beta einen wesentlich geringeren Entwicklungsaufwand versprechen.

Einige Reiseanwendungen, darunter die Deutsche Bahn und HRS, sind bereits entwickelt und gestern auf der Nokia World 2009 dem Publikum vorgestellt worden (siehe Video). Hier geht Nokia einen konsequenten Weg und verknüpft Inhalte, Kartendaten und Mehrwertdienste zu einem kontext-orientierten Gesamtportfolio. Wann diese Anwendungen allerdings für die User tatsächlich verfügbar sind, hat Nokia nicht verraten.

M-Commerce und Mobile Ticketing

mobile zeitgeist – DAS deutsche Blog zum Thema Mobile – hat jetzt die zweite Ausgabe seines eMags mobile zeitgeist Special veröffentlicht.

2009-05-mzspecial1Neben den Themen Mobile Banking und Mobile Payment werden auch die beiden Bereiche M-Commerce und Mobile Ticketing an Beispielen aus der Reisebranche erläutert.

Stefanie Heucke von Lufthansa erläutert bspw., dass die Lufthansa  3 Anläufe brauchte, um die Mobile Bordkarte zu etablieren. Mit heute immerhin 75.000 Nutzern im Monat (inkl. meiner Person –> darüber werde ich im nächsten Beitrag berichten) hat die Mobile Boardkarte tatsächlich eine akzeptable Masse erreicht.

Die Deutsche Bahn (Mathias Hüske) erklärt das etablierte Handy-Ticket sowie das neue Touch&Travel System und Madlen Ehrlich beschreibt Strategien zur Einführung des M-Tourismus in Unternehmen der Reisebranche.

Also, wer sich den benannten Themen nähern und interessante Beiträge lesen will, dem empfehle ich diese Lektüre.

SBB bietet Handy-Ticket über Java-Applikation

Die Schweizerische Bundesbahnen SBB ermöglicht ihren Kunden jetzt den Kauf von mobilen Bahntickets über eine Java-Applikation. Auch die Deutsche Bahn bietet seit Mitte 2006 das Handy-Ticket an. Der kleine aber feine Unterschied liegt im Übertragungs- und Darstellungsmedium. Während die Deutsche Bahn nach wie vor die MMS als Transportkanal für das Handy-Ticket nutzt, ist beim SBB MobileTicket Shop eine Java-Anwendung dafür verantwortlich, das Ticket zu übertragen und darzustellen.

Bei beiden Systemen muss sich der Kunde vorher registrieren. Der Deutsche Bahn Kunde nutzt die mobile Webseite http://mobile.bahn.de und kauft für eine bestimmte Verbindung seine Fahrkarte, die dann als MMS auf das Handy gesendet wird. Dies funktioniert nur, wenn das Mobiltelefon MMS empfangen kann. SBB Kunden hingegen laden sich die J2ME Anwendung auf ihr Handy, suchen sich die Verbindung heraus, kaufen das Ticket und bekommen direkt in die Anwendung den Barcode eingespielt. Zwar gibt es auch bei der SBB das MMS-Ticket, aber ich glaube, MMS wird an Bedeutung verlieren, wenn es je eine hatte.

Fragt sich, wann die Deutsche Bahn das Handy-Ticket in den DB Railnavigator integriert?

DB Touch and Travel ab 2009 in Schleswig Holstein

Die Bahn weitet ab 2009 das Testprogramm für sein eTicketing-Verfahren Touch and Travel auf Schleswig-Holstein aus. Auf der Strecke Lübeck-Kiel sowie im Stadtgebiet Eutin wird das NFC-Verfahren erprobt.

Im Gegenzug zu den Tests in Berlin / Postdam, sind die Tests in Schleswig-Holstein noch in der Pilotphase. Für Testpersonen heißt dass, das sie jederzeit ein gültiges Ticket bei sich führen müssen.

Interessierte können sich als Testpersonen auf touchandtravel.de anmelden.

Nächste Testphase für DB Touch & Travel

Die Bahn

Quelle: Die Bahn

Touch&Tavel, das Mobile Ticketing Verfahren der Bahn, geht in die zweite Pilotphase. Das mTicketing-Verfahren basiert auf der NFC-Technologie.

Während die Testpersonen in der ersten Phase noch parallel ein gültiges Ticket kaufen mussten, findet die nun anlaufende Testphase unter realen Bedingungen statt. Touch&Travel gilt dann als echte Fahrtberechtigungen samt Abrechnung der Fahrten über die Mobilitätsrechnung.

Dazu muss der Nutzer lediglich die Touch&Travel-Taste auf dem von der Bahn zur Verfügung gestelltem Motorola-Handy drücken und das Handy dann an die an Bahnhöfen und Haltestellten aufgestellten Touchpoints halten. Dann wird noch die Klasse auf dem Mobiltelefon ausgewählt und die Anmeldung auf dem Handy bestätigt.

Während der Pilotphase wird die Strecke Berlin – Hannover für den Fernverkehr und Potsdam sowie Berlin im Öffentlichen Personennahverkehr (Bus, S-Bahn, U-Bahn oder Tram) getestet. Unterwegs können Kontrolleure die Daten mit Hilfe eines mobilen Gerätes abrufen.

Die Bahn sucht noch 500 Testpersonen. Interessierte können sich hier anmelden.

DB Railnavigator mit neuen Funktionen

Die Handy-Software Railnavigator von der Bahn wurde in der neuen Version um einige nützliche Features erweitert: Abfahrtstafeln für eigene Verbindungen, Zwischenhalte, Pünktlichkeitsprognose, Gleisinformationen und Bahnhofslagepläne.

Abfahrtstafel - Gleisinformation - Bahnhofslageplan

Abfahrtstafel - Gleisinformation - Bahnhofslageplan

Der Download der kostenlosen Applikation erfolgt über die mobile Webseite der Bahn http://mobile.bahn.de. Über die Software können auch Tickets (samt Sitzplatzreservierung) gekauft werden, die der Nutzer anschließend per MMS erhält.

MoMo Frankfurt #2 – Mobile Internal Communication bei der Bahn

Beitrag von Heiko Sasse, Entwicklungsleiter Mobile Endgräte bei der Bahn: Informationssysteme zur Verbesserung der Kommunikation bei Unregelmäßigkeiten

Die Bahn verfügt über eine Plattform namens RIS (ReisendenInformationsSystem). Dieses komplexe System trägt maßgeblich zum verbesserten Informationsmanagement bei. Über unterschiedliche Kanäle werden Soll- und Ist-Daten zusammengetragen, verarbeitet und als aufbereitete Reiseinformationen an die entsprechenden Empfänger verteilt.

Die Ist-Daten, und das war für mich neu, stammen von Zugbegleitern und Triebfahrzeugführern. Dafür werden diese mit mobilen Endgeräten ausgestattet.

Zugbegleiter der Bahn nutzen den sogenannten RIS-Communicator, ein Nokia Smartphone, auf dem eine spezielle Applikation installiert ist.

Screenshot der Applikation auf dem RIS Communicator

Screenshot der Applikation auf dem RIS Communicator

Durch diese Anwendung wird die Kommunikation mit den Zugbegleitern optimiert. Die Informationen des Zugbegleiters (z.B. die Abfahrtszeit am Bahnhof) werden von der Anwendung automatisch in eine verkürzte Form, gebracht, so dass sie problemlos per SMS versendet werden kann. Gleichzeitig werden in dieser kryptischen Form auch Informationen empfangen, von der Software ausgelesen und übersichtlich angezeigt. So sendet die Bahn bspw. Anschlussansagen per SMS an den Zugbegleiter. Die Textnachrichten werden mit einer Kennung übermittelt, so dass die Anwendung auf dem RIS-Communicator diese als solches erkennt, entschlüsselt und automatisch als lesbaren Text anzeigt.

Die Kommunikation per SMS wurde bei Einführung des RIS gewählt, weil die Datenübertragung auch bei geringer Netzabdeckung funktioniert und zum anderen relativ Kosten sparend ist. Zukünftig soll RIS aber auch um GPRS-Datenübertragungsmöglichkeiten erweitert werden.

Die Triebfahrzeugführer sind mit dem RIS-Tf, einem PDA der u.a. GPS-fähig ist, ausgestattet. Durch die darauf installierte Software kann das Gerät weitgehendst selbstständig per SMS kommunizieren, wenn es nicht zur vorgegeben Zeit an einem entsprechendem Punkt angelangt ist.

Die übermittelten Daten des RIS-Communicator und des RIS-Tf gehen zeitnah bei der Transportleitung ein und können mit den Soll-Daten abgeglichen werden. Ergeben sich Veränderungen, werden diese aufbereitet und an folgende Empfänger(-systeme) weitergeleitet:

RIS ist also einerseits ein intelligentes System, welches die Kommunikation mit dem Bahnpersonal vereinfacht und strukturiert. Anderseits ermöglicht es aber auch, aus gewonnen Hardfacts, wie Herr Sasse sie genannt hat, zuverlässige und für den Reisenden verständliche Informationen (z.B. Verspätungsmeldungen) zu machen.

Mit diesen Informationen im Hinterkopf wird sich wohl demnächst jeder mir bekannte Bahn-Nörgler erst ein mal einen Vortrag über die Komplexität solcher Informationssysteme anhören müssen 😉 Ich freu mich schon jetzt darauf!

Vielen Dank noch einmal an Herrn Sasse für den Screenshot.

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