Apple’s Pläne, den Reisevertrieb zu erobern

Apple hat es geschafft, den Digital Content Markt (Musik, Apps, eBooks u.a.) zu erobern und zu ändern. Steht nun die Reisebranche auf der Liste? Zumindest zeigen die Patentanmeldungen von Apple für das iTravel System, welches mehr als eine einfache App zu sein scheint, wohin die Reise gehen könnte.

Quelle: patentlyapple.com

Spannend hieran ist nicht nur, dass die App Reisedienstleistungen finden (vermutlich auch vergleichen) und buchen soll, sondern dass der Endnutzer ebenfalls gleich sein elektronisches Ticket erhält und er mit seinem iPhone, welches dann NFC tauglich ist, nathlos einchecken könnte. Damit würde Apple die gesamte Prozesskette in einem geschlossenen System halten, was aus Endnutzersicht sehr attraktiv erscheint.

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Denkt man sich jetzt noch das Potenzial des iPads hinzu, könnte Apple tatsächlich ein solches System auf die Beine stellen. Allerdings halte ich es in Anbetracht der Komplexität der Reisebranche für sehr herausfordernd, zumal ein solches System global funktionieren müsste und die technische Infrastruktur für NFC noch nicht mal ansatzweise verbreitet ist. Es ist also noch etwas Zeit für die Reiseindustrie, sich hierüber Gedanken zu machen. Oder doch nicht?

booking.com mit “Alpha-Version” im Appstore

Was ich heute im Appstore gefunden habe, ist für mich unverständlich. Apple’s Qualitätsmanagement hat versagt. Eigentlich ist es ja (aus Sicht der Endnutzer!!!) gut, dass Apple seinen Appstore so abschottet und kontrolliert, um damit eine hohe Qualität der Anwendungen zu gewährleisten. Aber die gestern veröffentlichte App von booking.com scheint eine Alpha-Version zu sein, also eine Version, die man im Entwicklungsstadium an die Beteiligten des Entwicklungsprozesses schickt, um deren Funktionalität zu verbessern, Workflows und das Design abzustimmen. Solch eine App gehört nicht in den Appstore.

Aber tatsächlich ist es keine Alpha-Version, sondern einfach nur ein Problem der Lokalisierung. Man hat die App in den deutschen Appstore geladen, ohne die sogenannte Property-Datei für die deutsche Übersetzung zu integrieren. Das hat zur Folge, dass die App nicht funktioniert, wenn in den Allgemeinen Einstellungen, Deutsch als Sprache aktiviert ist (was vermutlich die meisten Deutschen Nutzer als Einstellung haben). Stellt man dort oder in der App selber (was wir nicht empfehlen würden) auf Englisch um, funktioniert die App wieder. Tipp an die Entwickler der App:

a) entweder die Property-Datei für die deutsche Übersetzung integrieren (auch wenn letztendlich nur Englische Texte hinterlegt sind) oder

b) Englisch als Default-Sprache hinterlegen, wenn eine andere als die Englisch Sprache aktiviert ist

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Die Wirkung eines solchen Fehlers kann fatal sein, denn damit haben mit einem Schlag mehrere Millionen Nutzer Zugang zur App (und aufmerksame Blogger finden den Fehler bestimmt :-)). Viel bedenklicher finde ich aber, dass Apple die App überhaupt für den deutschen Appstore zugelassen hat. Den Testern muss doch aufgefallen sein, dass erstens keine Inhalte kommen (die App findet keine Hotels und es fehlen Inhalte in den Menüs bspw. beim Filter; siehe Screens oben), zweitens die meisten Label (Buttons und andere Navigationselemente) ihre interne Bezeichnung mit Variablen zeigen und die App mehrfach abstürzt.

Quelle: iTunes

Vielleicht ist Apple überfordert mit der Verkürzung der “Review-Zeiten” von 2 Wochen auf ca. 2 Tage. Das sollten alle Entwickler zum Anlass nehmen, nicht Apple als Qualitätssicherung zu nutzen, sondern das Entwicklerteam sowie der Auftraggeber sind die letzte Instanz für das Go, zum Hochladen einer nutzerfreundlichen und funktionstüchtigen App. Das gilt im Übrigen auch für andere Appstores…

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