MoMo Frankfurt #2 – Mobile Internal Communication bei der Bahn

Beitrag von Heiko Sasse, Entwicklungsleiter Mobile Endgräte bei der Bahn: Informationssysteme zur Verbesserung der Kommunikation bei Unregelmäßigkeiten

Die Bahn verfügt über eine Plattform namens RIS (ReisendenInformationsSystem). Dieses komplexe System trägt maßgeblich zum verbesserten Informationsmanagement bei. Über unterschiedliche Kanäle werden Soll- und Ist-Daten zusammengetragen, verarbeitet und als aufbereitete Reiseinformationen an die entsprechenden Empfänger verteilt.

Die Ist-Daten, und das war für mich neu, stammen von Zugbegleitern und Triebfahrzeugführern. Dafür werden diese mit mobilen Endgeräten ausgestattet.

Zugbegleiter der Bahn nutzen den sogenannten RIS-Communicator, ein Nokia Smartphone, auf dem eine spezielle Applikation installiert ist.

Screenshot der Applikation auf dem RIS Communicator

Screenshot der Applikation auf dem RIS Communicator

Durch diese Anwendung wird die Kommunikation mit den Zugbegleitern optimiert. Die Informationen des Zugbegleiters (z.B. die Abfahrtszeit am Bahnhof) werden von der Anwendung automatisch in eine verkürzte Form, gebracht, so dass sie problemlos per SMS versendet werden kann. Gleichzeitig werden in dieser kryptischen Form auch Informationen empfangen, von der Software ausgelesen und übersichtlich angezeigt. So sendet die Bahn bspw. Anschlussansagen per SMS an den Zugbegleiter. Die Textnachrichten werden mit einer Kennung übermittelt, so dass die Anwendung auf dem RIS-Communicator diese als solches erkennt, entschlüsselt und automatisch als lesbaren Text anzeigt.

Die Kommunikation per SMS wurde bei Einführung des RIS gewählt, weil die Datenübertragung auch bei geringer Netzabdeckung funktioniert und zum anderen relativ Kosten sparend ist. Zukünftig soll RIS aber auch um GPRS-Datenübertragungsmöglichkeiten erweitert werden.

Die Triebfahrzeugführer sind mit dem RIS-Tf, einem PDA der u.a. GPS-fähig ist, ausgestattet. Durch die darauf installierte Software kann das Gerät weitgehendst selbstständig per SMS kommunizieren, wenn es nicht zur vorgegeben Zeit an einem entsprechendem Punkt angelangt ist.

Die übermittelten Daten des RIS-Communicator und des RIS-Tf gehen zeitnah bei der Transportleitung ein und können mit den Soll-Daten abgeglichen werden. Ergeben sich Veränderungen, werden diese aufbereitet und an folgende Empfänger(-systeme) weitergeleitet:

RIS ist also einerseits ein intelligentes System, welches die Kommunikation mit dem Bahnpersonal vereinfacht und strukturiert. Anderseits ermöglicht es aber auch, aus gewonnen Hardfacts, wie Herr Sasse sie genannt hat, zuverlässige und für den Reisenden verständliche Informationen (z.B. Verspätungsmeldungen) zu machen.

Mit diesen Informationen im Hinterkopf wird sich wohl demnächst jeder mir bekannte Bahn-Nörgler erst ein mal einen Vortrag über die Komplexität solcher Informationssysteme anhören müssen😉 Ich freu mich schon jetzt darauf!

Vielen Dank noch einmal an Herrn Sasse für den Screenshot.

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